Meteor65 BetaFPV 1S Brushless Whoop

Mit dem Meteor hat BetaFPV einen der besten mir bekannten FPV Whoops entwickelt. Betrieben wird der kleine Quadrocopter mit 1S Lipo Akkus. Auch die Verwendung von 1S HV Lipos ist möglich. Diese können bis zu einer Spannung von 4,35 Volt geladen werden und bieten somit noch ein kleinen Boost für Punch und Flugzeit. Mein Set inkludiert einen BT 2.0 Akku von BetaFPV.

BT 2.0 ist ein relativ neues Stecksystem dass von BetaFPV eingeführt wurde. Die Stecker sind robuster, leichter zu stecken und bieten bessere Effizienz als die stark verbreiteten PH 2.0 Stecker. Leider sind mir noch keine Hersteller bekannt, die auch eigene Akkus mit diesem Stecker produzieren. Somit sind wir gezwungen, Akkus anderer Hersteller auf BT 2.0 umzulöten, einen Adapter zu bauen oder ein anderes Stecksystem am Flugcontroller anzubringen um Lipos die nicht von BetaFPV stammen verwenden zu können. Ich persönlich bevorzuge GNB 300mAH 30/60C Akkus. Um mir das Steckerumlöten bei diesen Lipozellen zu sparen, habe ich einen PH 2.0 Stecker anstatt des BT 2.0 an dem Stromkabel des Meteor 65 angebracht und einen optionalen Adapter auf BT2.0 gebastelt.

Quelle: BetaFPV.com

Für Schub sorgen wahlweise 0802 19500KV oder 0802 22000KV Brushless Motoren. Diese Motoren haben als Besonderheit ein verbautes Kugellager auf der Unterseite, anstatt der wie bei dieser Multicoptergröße üblichen Gleitlager. Dies erhöht die Lebensdauer sowie die Laufruhe der kleinen Kraftpakete. Das obere Lager is jedoch auch bei den BetaFPV Motoren ein Gleitlager. Es empfiehlt sich die Gleitlager gelegentlich ein wenig zu schmieren um die Laufruhe und Effizienz der Motoren zu erhalten. Ich habe die Version mit 22000KV gewählt um maximalen Schub zu erhalten. Für Indoor können aber auch die Motoren mit 19500KV sinnvoll sein, sollte man ein wenig mehr Smoothness am Throttlestick wünschen.

Der Frame ist angenehm flexibel aber stabil genug um eine optimale Ausrichtung der Motoren zu gewährleisten. Dies ist ein weiterer riesiger Pluspunkt dieses Modells, auch nach vielen harten Crashes blieb mein Frame bislang einsatztauglich. Eine Verbindungstrebe zu den Ducts und eine Akkuhalterungsschiene sind bei einem heftigen Crash auf harten Boden gebrochen. Der Whoop fliegt weiterhin ohne Probleme und hat bereits unzählige darauf folgende Crashes sehr gut überstanden. Deswegen kann ich diesen Multirotor rein vom Flugverhalten und Robustheit defintiv auch Einsteigern in den FPV Flug empfehlen. Der Meteor ist genial wenn es darum geht ohne dauerndes Reparieren auf engstem Platz fliegen zu können. Allerdings sollte man etwas Zeit aufbringen um sich mit der Betaflight Firmware vertraut zu machen um grundlegende Einstellungen wie Drehraten anpassen zu können. Den Frame gibt es übrigens in verschiedenen Farbausführungen und auch als Ersatzteil zu kaufen.

Das Flugverhalten Indoor ist mit den voreingestellten PIDs vorbildlich. Es fällt äusserst schwer Propwash oder Wobbels zu produzieren. Er hat auch genug Power um Indoor Loops und Rolls zu vollbringen, deswegen ist er derzeit auch mein bevorzugter Übungs- und Idoorracingcopter. Outdoor performt der BetaFPV Quadrocopter übrigens auch überraschend gut, selbst bei moderatem Wind zeigt sich ein angenehm ruhiges Flugbild. Natürlich driftet der Meteor 65 durch sein geringes Gewicht von ~22 Gramm im Wind ein wenig hin und her, bleibt aber dabei stets kontrollierbar. Durch Powerloops konnte ich Outdoor teilweise Propwash provozieren, die Stärke ist aber sehr abhängig von den Windgegebenheiten. Jedenfalls macht es eine Menge Spass damit durch den Garten zu brausen. Die im OSD oder Betaflight Configurator veränderbaren Rates sind für meinen Geschmack vorallem auf der Gierachse (Yaw) zu hoch angesetzt. Für FPV Anfänger würde ich defintiv empfehlen diese auf die Betaflight Standarteinstellungen zurückzusetzen um nicht durch die hohen Drehraten überfordert zu werden.

Die Bildqualität sowie Übertragungsreichweite der verbauten M01 AIO Camera VTX ist gut. Der Übergang zwischen Licht und Dunkel funktioniert einwandfrei, Gegenlicht ist unproblematisch und weist nur minimal Lensflare auf. Man merkt aber auch dass es sich um keine Lowlightkamera handelt. Im Dunklen können starke Lichtquellen große Orbs zeichnen, was zum Beispiel bei Rennen in dunklem Ambiente mit leuchtenden FPV Gates ein kleiner Nachteil ist. Aber keine Sorge, die Kamera performt defintiv gut genug um euch schnell durch den Track zu bringen. Bei einer unveränderbaren Kameraneigung von 30° mag so mancher Anfänger zu Beginn ein wenig überfordert sein, aber erfahrungsgemäß adaptiert man die eigene Flugweise sehr schnell an verschiedene Kamerawinkel. Sollte man sich aber garnicht an daran gewöhnen können, besteht die Möglichkeit eine optional erhältliche Kameraufhängung mit nur 25° zu montieren. Die Kamerauflösung beträgt 600TVL und hat somit nicht die beste Bilddarstellung, dafür aber auch keine für mich wahrnehmbare Latenz. Das Sichtfeld der Linse empfinde ich durchaus als angenehm.

Quelle: BetaFPV.com

Die Reichweite unter direktem Sichtkontakt bei der in Europa erlaubten Sendeleistung von 25mW liegt bei rund 150 Meter. Die Einstellung der 5.8Ghz Frequenzen für den Videofeed erfolgt entweder direkt über den Betaflight Configurator oder per Fernsteuerung im OSD Menü des Quadcopter. Zur Verfügung stehen insgesamt 48 Kanäle im 5.8 Ghz Spektrum, auch Raceband wird unterstützt.

Für die Empfängereinheit stehen diverse Pakete zur Verfügung um die gängisten Fernsteuerungen zu unterstützen. Frsky, TBS Crossfire, DSMX und Futaba stehen zur Auswahl. Es besteht auch die Option das Set ohne Empfänger zu erstehen, falls andere RX Modelle zum Einsatz kommen sollen. Ich verwende zur Steuerung eine Frsky Taranis X-Lite im D8 Modus. Aktuelle Betaflight Versionen haben derzeit Probleme mit dem D16 Modus sowie bei aktivierter Telemetrie. Der RSSI Wert kann trotzdem wahlweise im Betaflight OSD angezeigt werden.

Bei den mitgelieferten Dreiblatt Propeller handelt es sich um gut funktionierende 31mm Luftschrauben mit einem Montagelochdurchmesser von 1mm. Bislang hatte ich keine sich im Flug lösenden Propeller und konnte auch nach einigen Flugstunden keine Beschädigungen feststellen. Lediglich nach manchen Abstürtzen hatte sich einer der Propeller gelöst. Dies ist aber nicht unbedingt ein Nachteil, da Motoren und ESC dabei besser vor dem “magischen Rauch”, in dessen Folge nichts mehr geht, geschützt werden.

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Die am Flugcontroller integrieten Drehzahlregler bieten eine Leistung von maximal 5A, dies ist gut dimensioniert und defintiv ausreichend Strom um die kleinen brushless Motoren am Laufen zu halten. Durch ein Firmwareupdate mit Hilfe des JESC Firmware Uploaders können diverse Tunings wie zum Beispiel das Verwenden einer 48khz Firmware zum Verlängern der Flugzeit vorgenommen werden. Meine durchschnittliche Flugzeit liegt bei 3 Minuten mit der aktuell neuesten 48khz Firmware und neuen Lipos. Zuvor konnte ich rund 2,5 Minuten durch die Luft flattern.

Der F4 Flugcontroller bietet alle nötigen Features wie OSD, Micro Usb Anschluss und somit die vielen diversen Anpassungsmöglichkeiten welche die installiere Betaflight Firmware uns bieten kann. Ich verwende aktuell die Version 4.1. Die Verarbeitung der Platine ist einwandfrei und auch der Frame weist keine Unschönheiten auf. Das Canopy ist sehr robust und hat bei mir schon Abstürtze auf Beton, Stein und Wänden ohne Beschädigung überstanden.

Meiner Meinung nach hat BetaFPV das Preis/Leistungsverhältnis perfekt getroffen. Der Meteor65 ist ein Allrounder für Anfänger sowie Freestyle- und Racepiloten den ich euch wärmstens empfehlen kann.

Erhältlich ist der BetaFPV Meteor65 bei betafpv.com